Bombenkrater–Ikonografie

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Die Online-Präsentation der Bombenkrater-Ikonografie, der bisher in keiner Ausstellung Rechnung getragen wurde, folgt der Einsicht, das mit dem Bombenkrater eine symbolschwere Form menschengeprägter Landschaft entstanden ist. Aus der unübersehbaren Zahl vorhandener Bilder, die seit dem Ersten Weltkrieg angefertigt wurden, werden hier nur wenige vorgestellt.

Im Abschluss befindet sich ein Forschungsprojekt, dass das Motiv des Bombenkraters in der Fotografie und Kunst verfolg, seine Wandlungen und sich ändernden Verwendungen sowie Semantiken würdigt. Das Buchprojekt Bombenkrater. Das terroristische Bild der Moderne unternimmt eine ikono-historische Exkursion vom Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg zu den Atombombenversuchen und dem Vietnamkrieg bis zu den gegenwärtigen Terroranschlägen von vor allem islamistischen Partisanen.
Dokumentarische, journalistische, propagandistische und Luftaufklärungsfotografien werden in Beziehung zu künstlerischen Artikulationen gesetzt. Durch diese Kombination wird ein Tiefenblick auf die Kriegskultur des 20./21. Jahrhunderts möglich. Wie der Titel andeutet, verfolgt die Studie eine auf den ersten Blick unbescheiden anmutende These: Der Krater wird als Inbild eines Kulturbruchs in der Moderne gedeutet, der mit dem Begriff Terror beschrieben wird. Terror wird dabei nicht legalistisch aufgefasst, sondern als destruktive Haltung und Handlungsbereitschaft, die sich auf die Zerstörung nicht von Feinden, sondern von Lebensräumen spezialisiert hat. Die interpretative Arbeit mit den Bildartefakten beschränkt sich dabei nicht auf eine formal-ikonografische Bestandsaufnahme, vielmehr werden die Bilder als Quellen verstanden, die über kulturelle Affektlagen Auskunft geben können – über Traumatisierungen und existentielle Erlebnissituationen, über Trauerarbeit und Stimmungsbewältigung, über Landschafts- und Energieerfahrungen.
Das Buch erscheint 2016.
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